Sensoren für die Energiewende – made in Rüsselsheim
Viele gute Ideen entstehen an Hochschulen. Doch allzu oft bleiben sie dort. Zwischen der Forschung und der realen Praxis klafft eine Lücke. Das soll sich mit dem neuen RheinMain Transfer-Hub ändern. Professor Dr. Andreas Brensing, Vizepräsident der Hochschule RheinMain, will mit dieser Initiative wissenschaftliche Erkenntnisse systematisch in die regionale Wirtschaft tragen.
Fokus auf ökologische Transformation
Am Campus Rüsselsheim konzentriert sich die Arbeit vor allem auf dezentrale Energiesysteme und die ökologische Transformation. Die Energiewende verlangt greifbare Lösungen.
Ich habe diese Aufbruchstimmung hier in Rüsselsheim schon einmal erlebt – damals, um 2011, als ich auf eigene Kosten einen Elektroauto-Selbstversuch startete und im Ort noch als „eWeidner“ belächelt wurde. Heute lacht darüber niemand mehr. Und die aktuelle Entwicklung am Campus zeigt, dass zukunftsweisende Technik für die Energiewende direkt vor unserer Haustür marktreif entwickelt wird.
Ein Paradebeispiel für den erfolgreichen Transfer ist das Startup Achigas. Das junge Unternehmen nutzt eine am Rüsselsheimer Campus entwickelte Technologie für Wasserstoffsensoren. So wird aus akademischer Forschung ein konkretes Produkt für den Markt.
Wissenstransfer als bidirektionaler Dialog
Der Transfer-Hub versteht sich nicht als Einbahnstraße. Über öffentliche Formate wie den „HSRM Dialog“ oder spezielle „Lunchtalks“ tauscht sich die Hochschule direkt mit Fachleuten und der Bevölkerung aus. Die Autonomie der Wissenschaft und die eigene Forschungsagenda bleiben dabei stets gewahrt. Gleichzeitig fließen wertvolle Impulse aus der Wirtschaft zurück in die Labore.
Zusätzlich setzt die Hochschule RheinMain auf Internationalisierung. Englischsprachige Masterstudiengänge ziehen Studierende aus aller Welt an. Viele von ihnen bleiben nach dem Abschluss in der Region und helfen, den Fachkräftemangel in technischen Berufen zu lindern.
Motivation aus eigener Erfahrung
Professor Brensing weiß, wovon er spricht. Nach seiner Promotion gründete er selbst ein Medizintechnik-Unternehmen. Für ihn ist die Kooperation von Wissenschaft und Wirtschaft zwingend notwendig: Nur durch den Transfer von Innovationen lässt sich gesellschaftlicher Wohlstand langfristig sichern.